Alles über das Igelhaus: Bauen, kaufen und die Igelfütterung

veröffentlicht am 15/11/22 VonILESTO Marketing

Igel verlässt sein Igelhaus. Es schaut nach rechts und steht bis zu den Knöcheln in dichtem Laub

Die kleinen Tierchen mit dem putzigen Gesicht, spitzen Stacheln und schwarzen Knopfaugen sind ohne Frage niedlich. Aber es gibt viel mehr Gründe, wieso es sich lohnt, ein Igelhaus in seinem Garten aufzustellen: Einerseits benötigen Igel unsere Unterstützung, um gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen, andererseits gehören sie aber auch zu den Nützlingen im Garten. Sie sind uns Menschen also auch eine Hilfe. Wenn du also nun ein Igelhaus aufstellen möchtest – hier kommen unsere besten Tipps & Tricks. Du wirst sehen, es ist gar nicht so kompliziert!

Wie sinnvoll ist ein Igelhaus?

Ein Igelhaus ist sinnvoll, sowohl für Mensch als auch Tier. Der Igel findet heutzutage kaum noch gute Winterquartiere. Naturverstecke wie Laubhaufen, Hecken und Totholz sind durch Urbanisierung und Lebensraumzerstörung weniger geworden. Dadurch wurde auch das Nahrungsangebot für den Igel knapper.
Mit dem Igelhaus kannst du dem stacheligen Tier nicht nur ein Versteck bieten, sondern auch Futter. Der Igel frisst sich einen Winterspeck an, bevor er in den Winterschlaf geht. Während dieser Zeit benötigt er ein geeignetes Quartier. Da der Igel äußerst klein ist, hat er viele Fressfeinde. Ohne einem Unterschlupf, der ihn schützt, wird die Situation schnell lebensbedrohlich für ihn.
Ein Igelhaus gibt dir also die Möglichkeit, einem Igel etwas Gutes zu tun. Umgekehrt tut der Igel dir mit seiner Anwesenheit aber auch etwas Gutes: er ist nämlich ein Nützling. Er frisst Schädlinge wie Schnecken und Läuse. Da der Igel sich aber ausschließlich von tierischem Protein ernährt, rührt er dein Obst und Gemüse nicht an. Was du in deinem Garten anpflanzt, ist also sicher. Du musst keine Sorge haben, dass das stachelige Tier deine Beete verwüstet.
Zudem ist der Igel ein guter Kandidat, Interesse an der Natur in Kindern zu wecken. Sein putziges Aussehen macht es spannend, ihn bei seinem Treiben zu beobachten. Aber Achtung: Während dieser Tätigkeit sollte immer ein Erwachsener anwesend sein. Es ist wichtig, dass ein Sicherheitsabstand zu dem Tier eingehalten wird. Streicheln stresst nämlich wildlebende Igel. Zudem sollten zarte Kinderhände lieber nicht mit den Stacheln in Berührung kommen.

Igelhaus bauen: So klappt‘s

Die besten Unterschlüpfe für Igel stellen Laubhaufen und Igelhäuser dar. Letzteres kannst du auch mit einfachen Mitteln selbst bauen.
Da der Igel während seinem Winterschlaf eine sichere Behausung benötigt, ist das Winterquartier am wichtigsten für ihn. Eine Villa muss es jedoch nicht sein. Die Voraussetzungen für ein hochwertiges Igelhaus sind eher gering. Es muss …

  • vor Regen und Wind schützen
  • nicht der Sonne ausgesetzt sein (da dies den Igel frühzeitig aus seinem Winterschlaf holen könnte)
  • mindestens 30 mal 30 cm Grundfläche haben und 30 cm hoch sein
  • einen etwa acht bis zehn cm großen Eingang haben (nicht größer, damit beliebte Fressfeinde wie Dachse nicht hineinkönnen)
  • keinen Boden haben.

Beim Material musst du dir keine großen Gedanken machen. Holz, als auch Natur-, Beton- oder Ziegelsteine können verwendet werden. Unser Tipp: Du kannst auch eine alte Obstkiste für das Haus nützen. Als Dach einfach ein Brett oder eine Gehwegplatte auflegen. Wer seinen Igeln extra Schutz bieten möchte, baut ein Element ein, das den Flur vom Schlafbereich trennt. Dadurch wird das Eindringen von größeren Tieren erschwert. Dazu reicht ein 2 mal 2 cm breites Holzstück.

Das Innere füllst du mit trockenem Laub oder Stroh – der Igel benötigt etwas zum Kuscheln. Möchtest du es deinem Igel richtig komfortabel machen, gräbst du unter dem Igelhaus ein kleines Loch und füllst es mit Kieselsteinen oder Sand. Wozu diese Grube gut ist? Nun ja – der Igel muss auch während des Winterschlafs für kleine stachelige Tiere. Dazu verlässt er jedoch nicht das Haus.

Damit sein Unterschlupf schön trocken bleibt, kannst du es mit Grassoden, Reisig, Laub oder Borke isolieren. Benutzt du eine alte Obstkiste, gehe auf Nummer sicher und decke sie mit einem Stück Folie ab. Als I-Tüpfelchen legst du schwere Steine auf das Dach, damit das Igelhaus bei jedem Sturm am Boden bleibt.

Zwei Igel in einem Igelhaus aus Holz. Eines sieht hinaus, das andere sitzt auf dem Dach

ILESTO-Tipp: Du musst deinen Garten noch auf den Winter vorbereiten? Hier haben wir eine ultimative Checkliste für dich!

Igelhaus kaufen: Was du beachten musst

Natürlich kannst du ein Igelhaus im Handel kaufen. Die besten Igelhäuser findest du im Fachhandel. Aber woran erkennst du, dass ein Igelhaus auch wirklich geeignet ist? Vor allen Dingen am Material: Holz, aber auch Natur- und Feldsteine sind nutzbar. Sogar Ziegelsteine sind artengerecht. Lackierte Igelhäuser solltest du jedoch mit Skepsis begegnen, denn sie enthalten oft Schadstoffe. Naturverträgliche Lacke und Öle sind eine akzeptable Alternative. Leinölfirnis z. B., bietet natürlichen Schutz vor dem Wetter.
Das Dach sollte leicht abgeschrägt sein, damit Regenwasser besser ablaufen kann. Im Idealfall wurde das Dach so behandelt, dass es wasserabweisend ist.
Eine Klappe von oben ist besonders praktisch, wenn du den Igel füttern möchtest. Es erleichtert sowohl das Hineingreifen als auch Nachsehen nach dem Tier. Mehr zur Fütterung erfährst du weiter unten.

Wann soll man ein Igelhaus aufstellen?

Grundsätzlich profitiert ein Igel das ganze Jahr über von einem Unterschlupf. Für den Winterschlaf solltest du das Igelhaus jedoch spätestens Anfang November aufstellen. Dort schläft der Igel bis ungefähr Mitte Mai. Juni beginnt die Fortpflanzungszeit und reicht bis in den August. Das Winterquartier verwandelt sich nun zur Kinderstube. Nach ca. 42 Tagen sind die Kleinen fertig gesäugt. Die Mutter zieht meist danach aus, doch die Kinder bleiben in der Kinderstube. Im Spätherbst entscheidet sich, wer das Haus als Winterquartier benutzen darf.

Selbstgemachtes Igelhaus mit offenem Dach und gefüllt mit Heu und Gras. Ansicht von oben

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Igelhaus aufstellen

Das Igelhaus solltest du an einem schattigen Ort aufstellen. Selbst die Wintersonne kann den Winterschlaf eines Igels unterbrechen. Platziere das Haus am besten unter einen schattigen Busch oder Hecke.
Der Eingang sollte nach Süd-Osten zeigen, damit schlechte Witterung nicht eindringen kann. Auf ausreichend Isolierung mithilfe von Reisig und Laub nicht vergessen.
Zudem ist der Igel ein Tier, das nicht gerne eingesperrt wird. Es ist auch schwer für ihn, in den Garten einzudringen, wenn du diesen umzäunt hast. So bleibt das Igelhaus immer leer. Lasse also ein 10 cm kleines Loch für den Igel ein, damit er den Garten besuchen und wieder verlassen kann.

Igelhaus reinigen: So wird’s richtig gemacht

Eine regelmäßige Reinigung ist nötig. Besonders im Frühjahr bringen Igel gerne Flöhe und Zecken mit in ihr Haus. Da sich diese Insekten ungemein schnell vermehren, musst du sie mit einer wiederholenden Reinigung davon abhalten. Während dieser Arbeit muss das Igelhaus jedoch unbewohnt sein.
Stroh und trockene Blätter musst du in dieser Zeit täglich austauschen – denn darin versteckt sich Ungeziefer besonders gern. Den groben Schmutz reinigst du mit heißem Wasser und einer Bürste. Danach stellst du es zum Trocknen auf. Während dieser Tätigkeit empfiehlt es sich, lange Gummihandschuhe zu tragen. Angst vor Befall muss der Mensch dabei nicht haben: Diese Arten von Flöhen und Zecken bevorzugen den stacheligen Wirten.
Wenn der Igel seinen Winterschlaf hält, kann das Haus nicht geputzt werden. Dies muss dann Ende Mai, wenn er wieder erwacht ist, erledigt werden.

Igel in näherer Aufnahme auf einem Baumstaum. Es sieht hinab

Igelfutter: Das solltest du wissen

Wildlebende Igel sollten so wenig wie möglich vom Menschen gefüttert werden. Es gibt jedoch Ausnahmesituationen:

  • Wenn im Spätwinter ein Igel aus dem Winterschlaf erwacht – der Igel verlässt vermutlich sein Haus, nur um Frost und Schnee wiederzufinden. Während dieser Zeit herrscht starke Futterknappheit.
  • Wenn ein Jungigel im Spätherbst unter 500 bis 600 g wiegt. Der Igel muss sich ausreichend Winterspeck anfressen, sonst erwacht er nicht wieder aus dem Winterschlaf.
  • Kranke Igel, die aufgepäppelt werden müssen – in dem Fall empfiehlt es sich, die Igelhilfe (Igelhilfe Deutschland, Igelfreunde Österreich) oder einen Tierarzt zuvor um Rat zu fragen.

Als Ersatznahrung eignet sich Katzenfutter. Wenn trockenes Katzenfutter angeboten wird, muss besonders auf ausreichend Wasser für das Tier geachtet werden. Am besten verwendet ihr ein kleines Schälchen dafür. Dieses regelmäßig mit heißem Wasser auswaschen und neu befüllen. Achtung: Seit längerem existiert der Mythos, man könne Igel mit Milch „füttern“. Dies ist falsch. Dem Igel auf keinen Fall Milch verabreichen – er bekommt dadurch ernsthafte gesundheitliche Probleme.
Selbstverständlich wird auch Igelfutter im Handel angeboten. Dieses ist aber meist nicht ideal für die Igel. Lieber die Finger davon lassen.

Wie lockt man einen Igel in ein Igelhaus?

Die Grundvoraussetzungen wie bis hierhin angeführt sollten erfüllt sein. Bleibt das Igelhaus dann immer noch leer, kann ein Wechsel des Standorts weiterhelfen. Stelle das Haus an einen anderen Fleck im Garten – bedenke aber dabei, dass es immer unter einem Busch oder Hecke stehen sollte. Prüfe, ob die Wetterbedingungen passen: Scheint die Sonne z. B. möglicherweise auf diese Stelle im Garten? Ist der Standort definitiv Igelfreundlich, müssen andere Ursachen in Erwägung gezogen werden. Ein häufiger Grund, wieso Igel nicht einziehen, liegt an den Menschen selbst. Sie zäunen Gärten ein, sodass Igel gar nicht hineinkommen können. Ein 10 mal 10 cm großen Durchgang darunter zu graben, schafft Abhilfe.

Ist dein Garten ansonsten igelfreundlich – keine Giftstoffe im Garten, Teiche igelsicher und Gruben abgedeckt – hast du gute Chancen, dass das putzige Stacheltier bei dir einzieht.
Und falls schon einer eingezogen ist, dass er noch lange bei dir bleiben wird.

Igel schaut in die Kamera. Ist umgeben von buntem Laub

 

 

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