Der Traum vom Haus – vom Gerätehaus

Der Frühling ist da – naja, zumindest laut dem Kalender. Dass es vor zwei Tagen noch dicke, weiße Flocken geschneit hat und dadurch ein heilloses Verkehrschaos verursacht wurde, das ignoriere ich an dieser Stelle mal geflissentlich, denn ich kann es kaum mehr erwarten: Sonne, braun werden (sich in meinem Falle einen Sonnenbrand einholen), schwimmen und das wichtigste von allem – grillen. Ja, die Grillsaison erlebt jedes Jahr im Frühling einen neuerlichen Aufschwung, denn was gibt es schöneres als im Garten mit ein paar Freunden zu sitzen und alles über das Feuer zu halten, was der Garten (und die Fleischerei) so hergibt. Doch wenn man zu Hause auch so jemanden hat, für den nichts über einen ordentlich gepflegten Garten geht, dann kann ein lustiger Abend mit Freunden am nächsten Tag zu einer anstrengenden Tortur des Wegräumens werden. Und wenn man dabei so unendlich faul ist wie ich, dann hat man bei sich im Garten vielleicht ein Gartenhäuschen aus Holz von OBI zum Geräteschuppen umfunktioniert, was bedeutet, dass neben dem Rasenmäher und Unkrautvernichter, der Grill und selbst die Bierkiste gelagert werden. Da meine Auffassung von Ordnung „solange die Tür noch zugeht hab‘ ich kein Problem“ mit der meines Freundes grundsätzlich auf Kriegsfuß steht, kam irgendwann der Zeitpunkt, wo sich eine Konfrontation nicht mehr vermeiden ließ. Ihn störte das Chaos (ich bevorzuge ja: geordnete Unordnung), das ich mittlerweile in der Holzhütte verursacht hatte und das laut ihm an „das Wüten eines mittleren Tsunamis“ erinnert, schon seit geraumer Zeit und es kam der Tag, als ein Tropfen, genauer gesagt ein Holzscheit, das Fass zum Überlaufen brachte.  Er setzte einen Fuß in das heillos überfüllte und – mit großer Sorgfalt, möchte ich betonen –  zugeräumte Gartenhäuschen und ich weiß nicht, wie er es geschafft hat, aber auf der Suche nach einem Holzscheit für unseren Kamin, kam ihm eine Reihe von Gegenständen entgegen, die zugegebenermaßen etwas unvorteilhaft aufeinandergestapelt worden sind, und brachten ihm ein paar Schrammen und drei Tage Staub in der Nase ein.  Ich musste einsehen, um unserer Beziehung willen, dass der Zeitpunkt gekommen war, uns von unserem alten Geräteschuppen zu verabschieden und unsere Suche nach einer günstigen, modernen Lösung begann: „Am besten wäre ein Geräteschuppen mit Bodenplatte“ „aus Metall oder Stahl, das ist langlebiger!“ „groß genug für unseren Rasenmäher.“ „mit einem modernen Flachdach“ „Meinst du wirklich? Ein Flachdach?“.

Wir wurden immer kreativer und unsere Wünsche immer unrealistischer – deshalb hatte ich die geniale Idee, doch einfach selber ein Gartenhaus zu bauen. Dann wären wir flexibel, wie groß oder schmal es werden sollte, ob es einen Holzunterstand haben sollte oder nicht. Zudem könnten wir gleich loslegen, anstatt Online-Angebote mit Angeboten im Geschäft zu vergleichen, nur um dann resignierend festzustellen, dass es nichts gibt, was unseren Wünschen gerecht werden konnte. Nein, wir bräuchten nur den geeigneten Bausatz und könnten losstarten – so meine Vorstellung.

Dass man dafür einigermaßen handwerkliches Geschick benötigte, welches über das Dosenöffnen hinausging, das hatte ich zugegebenermaßen nicht so richtig bedacht. Mein Vater, der immer alles selber gemacht hatte, würde unsere kläglichen Versuche einen Geräteschuppen aus Holz – Metall kam bei unserem DIY-Projekt gar nicht erst in Frage– zu bauen, eher als wenig gelungenen künstlerischen Akt ansehen. Zumal er mit der Vergabe seiner Gene eindeutig egoistisch gewesen war – denn wenn ich versuche, auch nur einen Nagel in die Wand zu schlagen, führt dies mit Sicherheit zu einem Loch in der Größe des Vatikans in der Wand. Dennoch zu glauben, ein Gartenhaus selber bauen zu können, grenzt für jeden, der nicht dasselbe unglaubliche Maß an Selbstüberschätzung hat wie ich, an puren Wahnsinn. Zu dieser Einsicht sind wir dann schließlich auch gekommen; jedoch erst nach einigen trostlos gescheiterten Versuchen, die immerhin einen positiven Faktor hatten, nämlich dass wir unser Holzlager für den Winter zumindest wieder aufstocken konnten.

Es blieb uns also nichts anderes übrig, als nach einem günstigen Geräteschuppen, der zu unserer Terrasse passte und zumindest einigermaßen unseren Vorstellungen entsprach, zu suchen. Einer, der vielleicht sogar groß genug für unsere Fahrräder war, und ich merkte schnell – unsere Erwartungen waren mittlerweile sehr hoch – aus der einfachen Holzhütte war ein Gartenhaus in rot und aus Holz geworden. Ich war schon am Rande der Verzweiflung, und drauf und dran wieder den Hammer zu packen und selbst etwas zu bauen, was beim nächsten Windstoß umkippen würde, als wir auf ilesto.com stießen – und ich war vom ersten Moment an begeistert. Nicht nur, dass wir unser perfektes kleines Gartenhäuschen aus Metall mit Flachdach (mein Freund hatte überzeugende Argumente) gefunden hatten, nein, die Montage war einfach perfekt für uns. Kein kompliziertes IKEA-System (Ja, ich stufe IKEA schon als kompliziert ein – so viel zu meinen Maßstäben im handwerklichen Bereich), sondern einfach zum Stecken. Mein Vater wäre enttäuscht gewesen – wo bleibt denn der Spaß am Tüfteln, wenn es einem so einfach gemacht wird? Für uns jedoch war es einfach perfekt.  Vielleicht werde ich die Geschichte, wie wir zu unserem modernen, stilvollen Gartenhäuschen gekommen sind, etwas ausschmücken – und zwar gleich bei der nächsten Grillparty bei uns im Garten.

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